Wenn am falschen Ort gespart wird

Ich kenn mich langsam mit unserem Gesundheitssystem aus und eines fällt mir immer wieder auf: es wird immer wieder am falschen Ende gespart! Und zwar so, dass gute PflegerInnen ausgenützt werden, weil man weiss, dass sie eh bleiben, weil sie den Job so machen, wie es dem Patienten hilft, und nicht so im Detail, wie es auf dem Papier steht – wohlgemerkt auf dem von den Kassen diktieren Papier. Die PflegerInnen sehen klar – in den meisten Fällen -, was der Patient benötigt und wollen meist auch nur das Beste für die Betroffenen. Nur, ein einziges Fehlverhalten seitens der Pflege kann oft zur Nichtzahlung der Kassen führen oder aber diese von der Versicherungsleistung befreien, z.B. wenn ein Überziehen einer gewährten Zeitspanne durch den Patienten um ein paar Minuten (z.B. im Falle eines 24-stündigen Aufenthaltes beim Patienten zuhause) überzogen wird. Denn auf dem Papier sind das mehr als 24 Stunden und somit 2 Tage und nicht einer und ein paar Minuten. Heisst zu versichern sind zwei ganze Tage mehr und das will keine Kasse. Auch wenn so ein Aufenthalt auf längere Sicht den Totalaufenthalt mit grosser Wahrscheinlichkeit verkürzen und die Kasse somit weniger kosten würde. Die Pfleger denken aber gar nicht soweit; sie erkennen das Patientenbedürfnis und möchten es umsetzen – und die guten sind die, die es auch machen! Wieso? Weil es Sinn macht!! Nur, nach den ersten Verwarnungen kommt der Frust und – wegen des tiefen Lohnes – bald mal auch die Existenzangst, denn schliesslich müssen Pfleger sich den Job nebst Überarbeitung und Frust den Job auch leisten können – und das kann ganz einfach nicht jeder!! Aber Hauptsache, die Kassen verdienen!